Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zu DVB-T.
Was bedeutet DVB-T?
DVB-T steht für Digital Video Broadcasting-Terrestrial, kurz: Digitales Antennenfernsehen. Weil es den Empfang inner- und außerhalb von Gebäuden ermöglicht, wird es auch „DVB-T: Das ÜberallFernsehen“ genannt. Der Empfang ist ähnlich wie beim Handy natürlich nur im versorgten Gebiet möglich. Zusammen mit den Digitalnormen für Kabel- und Satellitenübertragung bildet DVB eine Familie internationaler Standards für das Fernsehen der Zukunft.
Was sind die Vorteile von DVB-T?
Digitales Fernsehen nutzt die verfügbaren Frequenzen besser als analoges Fernsehen. Dadurch können bei DVB-T pro Kanal drei- bis viermal so viele Programme verbreitet werden wie beim analogen Fernsehen. Weitere Vorteile sind die verbesserte Empfangsqualität im Vergleich zum analogen Fernsehen sowie die flexibleren Nutzungsmöglichkeiten. Auch sind außer den Fernsehprogrammen zusätzliche Dienste anderer Art möglich.
Warum wurde die terrestrische Fernsehübertragung von analog auf digital umgestellt?
Die physikalisch begrenzte Verfügbarkeit terrestrischer Frequenzen lässt bei analoger Übertragung nur eine geringe Programmanzahl zu. Die schwindende Attraktivität und Akzeptanz im Vergleich zu Kabel und Satellit hat die Zahl der Haushalte, die Fernsehen nur über Antenne sehen, deutschlandweit sinken lassen. Für die Programmanbieter rechnete sich die analoge terrestrische Verbreitung ihrer Programme immer weniger. Die einzige Alternative zum Abschalten war die Modernisierung, also die Digitalisierung der Antennenausstrahlung.
Wer ist am Umstieg auf DVB-T beteiligt und dafür verantwortlich?
Grundsätzlich geht dem Umstieg eine politische Entscheidung voraus: Bis 2010 sollte in ganz Deutschland die terrestrische Fernsehversorgung digitalisiert sein. Ende 2008 wurden die letzten analogen Sender außer Betrieb genommen. Die Planungen dafür wurden maßgeblich von den Landesrundfunkanstalten (in Bayern: Bayerischer Rundfunk), dem ZDF, den Landesmedienanstalten (in Bayern: Bayerische Landeszentrale für neue Medien) und den privaten Programmanbietern – sofern sie in der jeweiligen Region DVB-T-Programme anbieten – durchgeführt.
Dürfen die durch Gebühren von allen Bürgern finanzierten öffentlich-rechtlichen Sender überhaupt die analoge Antennenversorgung einstellen?
Ja. In dem am 1. Juni 2009 in Kraft getretenen 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag aller Bundesländer heißt es im § 19 ausdrücklich: "Die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten, das ZDF und das Deutschlandradio können ihrem gesetzlichen Auftrag durch Nutzung geeigneter Übertragungswege nachkommen. Bei der Auswahl des Übertragungswegs sind die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten."
Welche Geräte braucht man als Grundausstattung für DVB-T?
Zum Empfang braucht man einen DVB-T-Empfänger und eine Antenne. Um das Fernsehgerät fit für DVB-T zu machen, genügt ein Zusatzgerät, die so genannte Set-Top-Box. Diese bereitet die digitalen Datenpakete von DVB-T für das normale (analoge) Fernsehgerät entsprechend auf. Sie wird entweder über eine SCART- Buchse oder den Antenneneingang an den Fernseher angeschlossen. Das Fernsehgerät selbst muss nicht ausgewechselt werden. Für jedes weitere Fernsehgerät benötigt man einen eigenen DVB-T-Empfänger. Eine gute Hilfestellung bei der Auswahl bieten die Tests der Stiftung Warentest. Geräteübersichten finden Sie unter Links.
Welche Arten von Empfängern gibt es für DVB-T?
Im Handel gibt es eine große Anzahl an Zusatzgeräten, die häufig auch als Receiver, Tuner oder Set-Top-Boxen bezeichnet werden. Angeboten werden auch Fernsehgeräte mit eingebautem DVB-T-Empfänger. Für den DVB-T-Empfang am Computer oder Laptop sind USB-Sticks und PCMCIA-Karten auf dem Markt. Für den portablen Empfang sind kleine tragbare Fernsehempfänger und seit Mitte Mai 2008 auch Handys im Handel erhältlich.
Welche Antenne ist für DVB-T nötig?
Ob Sie eine Zimmer-, eine Außen- oder eine Dachantenne benötigen, hängt davon ab, ob Sie im Kernversorgungsgebiet oder in den Randbereichen empfangen (siehe Empfangsprognose). Die beste Position für eine Zimmerantenne findet man durch Ausprobieren. In Fensternähe ist der Empfang häufig am besten. Im Zweifel können auch aktive Antennen mit eingebautem Verstärker den Empfang verbessern. Verwenden Sie ein möglichst gutes Produkt, das für alle genutzten Fernsehkanäle (UHF und VHF) gleichermaßen gut geeignet ist. Ob eine schon vorhandene Dachantenne weiter verwendbar ist, hängt von ihrem Alter und der Ausführung ab. Grundsätzlich können auch Gemeinschafts-Antennenanlagen weiter für DVB-T-Empfang genutzt werden. Eventuell sind jedoch Modifikationen erforderlich (für die Ausrichtung der Dachantenne ist die Polarisation zu beachten: vertikale Polarisation > vertikale Ausrichtung, horizontale Polarisation > horizontale Ausrichtung).
Was ist eine Außenantenne?
Eine Außenantenne ist eine ungerichtete Antenne, die im Freien angebracht werden muss. Sie ist in der Regel etwas größer als ein Din-A5-Blatt, meist wenige Zentimeter tief und mit einem wasserdichten Gehäuse versehen. Sie sollte idealerweise auf der senderzugewandten Seite des Hauses möglichst hoch angebracht werden (Wand, First Balkon, ...). Die Polarisation (vertikal bzw. horizontal) ist bei der Montage zu beachten. Eine Übersicht ist in der interaktiven Tabelle verfügbar.
Eine Zimmerantenne muss sich von einer Außenantenne kaum unterscheiden – lediglich in Ihrer Witterungsbeständigkeit. Im Unterschied dazu hat eine Dachantenne eine viel größere physikalische Ausdehnung und kann dadurch eine Richtwirkung erzielen. Sie sollte möglichst auf dem Dachfirst angebracht werden und muss auf den Sender „schauen“. Die Polarisation ist ebenfalls zu beachten.
Was mache ich mit meinem Videorekorder?
Sie können einen DVB-T-Empfänger auch an den Videorekorder anschließen und wie bisher Sendungen aufzeichnen. Gleichzeitiges Aufzeichnen und Sehen unterschiedlicher Programme über eine Box (mit nur einem Empfangsteil) ist – genauso wie beim Satellitenempfang und digitalen Kabelfernsehen – nicht möglich. Dazu sind entweder zwei separate Boxen oder ein Gerät mit Doppeltuner (Twin-Receiver) erforderlich.
Funktioniert bei DVB-T die VPS-Aufzeichnung noch?
Auch beim digitalen Fernsehen ist es technisch möglich, den Videorekorder sendungsgenau zu steuern. Das VPS-Signal des analogen Fernsehens wird bei DVB-T durch eine vergleichbare Lösung ersetzt und senderseitig ausgestrahlt. Leider verarbeiten bisher nur wenige DVB-T-Geräte die übertragenen Informationen und leiten das VPS-Signal an den Videorekorder weiter. Sollte Ihr DVB-T-Empfänger diese Funktion nicht unterstützen, ist bei der Programmierung des Videorekorders sicherheitshalber eine Zeitzugabe vor und nach der Sendung sinnvoll.
Warum beteiligen sich die Privatsender nicht am Ausbau?
Für die Privatsender (z.B. ProSiebenSat.1 Media AG und RTL Gruppe) ist
DVB-T:DasÜberallFernsehen ein zusätzliches Angebot in ausgewählten
Ballungsräumen. Eine flächendeckende bzw. bundesweite Verbreitung ist
derzeit nicht vorgesehen.
Wie wird der Sendeplatz KIKA und ZDFneo sowie Channel 21 und Euronews aufgeteilt?
Der Programmplatz wird zeitlich wie folgt aufgeteilt:
- Kinderkanal 06:00 - 21:00 Uhr und ZDFneo 21:00 - 06:00 Uhr
- Euronews sendet täglich von 6:00 - 9:00 und 22:00 - 24:00 Uhr
Warum sendet das ZDF nicht vom Büttelberg?
Für das ZDF als nationaler Programmanbieter ist von besonderer Bedeutung, eine ganzheitliche und bundesweite Versorgungskonzeption zu entwickeln. Das ZDF muss hierbei sicherstellen, dass nicht ein Bundesland flächendeckend versorgt wird, wohingegen in anderen Bundesländern der DVB-T-Empfang nur wesentlich eingeschränkt möglich ist.
In Mittelfanken und dem Versorgungsgebiet des Büttelberg ist ebenfalls der Empfang des digitalen ZDF-Bouquets vom Sender Hesselberg möglich. Zudem können teilweise Einstrahlungen von den Standorten Aalen und Waldenburg in Baden-Württemberg genutzt werden.
Kann ich auch die österreichischen DVB-T-Programme empfangen?
Die österreichischen Programme wurden für den Empfang über Antenne in Österreich auf die digitale Verbreitung (DVB-T) umgestellt.
Die Reichweite des ersten Multiplexes entspricht ungefähr der bisherigen technischen Reichweite von ORF 1 analog-terrestrisch in Süddeutschland. Damit werden nur noch die grenznahen bayerischen Gebiete terrestrisch mit den Programmen aus Österreich versorgt.
Die Standorte GAISBERG bei Salzburg, LICHTENBERG bei Linz, PFÄNDER bei Bregenz und ZUGSPITZE können zum Teil in Deutschland empfangen werden.
Die Umstellung erfolgt auf Veranlassung der österreichischen Programmanbieter. Die genannten Senderstandorte befinden sich in Österreich und haben zum Ziel die dortige Bevölkerung zu versorgen. Deutsche Institutionen haben keinen Einfluss auf diese Maßnahme.
Hilfestellungen zum Empfang gibt es beim Fernsehfachhandel oder Antennenbauer. Weitere Informationen erhalten Sie auch unter www.dvb-t.at und bei der gebührenpflichtigen DVB-T-Kundenhotline für Österreich: 0043 / 820 420 420 sowie beim ORF-Kundendienst unter der Rufnummer 0043 / 1 870 70 30.
Kann ich auch die Schweizer DVB-T-Programme empfangen?
Die Programme SF1 , SF zwei, TSR 1 und TSI 1 werden in der Deutschschweiz z.B. vom Standort SÄNTIS digital verbreitet. Gegenüber der analogen Aussendung wurde die Leistung deutlich reduziert und die Polarisation gedreht (neu: vertikal). Das Empfangsgebiet hat sich dadurch verkleinert. In den meisten Fällen muss zudem die Antenne gedreht werden.
Hilfestellungen gibt es beim Fernsehfachhandel oder Antennenbauer. Weitere Informationen erhalten sich auch unter www.digitalesfernsehen.ch
Dolby Digital
Sendungen in Dolby Digital werden über DVB-T in Bayern im Bayerischen Fernsehen und bei BRalpha gesendet .
Um die Bildqualität über DVB-T zu verbessern, hat sich die ProSiebenSat.1 Media AG vor einiger Zeit entschlossen, die für Dolby Digital benötigten Datenkapazitäten zu nutzen. Mittelfristig arbeitet die ProSiebenSat.1 Media AG an einer Lösung, die auch die Bereitstellung des Dolby Digital-Signals ermöglicht.
Gleiches gilt für das ZDF: trotz Herausnahme des ZDFdigitext im August 2008 steht nicht genügend Bandbreite für die Verbreitung eines weiteren Programms innerhalb des Multiplexes zur Verfügung. Deshalb können im ZDF-Hauptprogramm und in 3sat via DVB-T künftig keine Sendungen im DolbyDigital-Ton mehr ausgestrahlt werden.
Bei den ARD-Programmen gibt es derzeit kein Dolby Digital.
Was versteht man unter DVB-H?
DVB-H steht für Digital Video Broadcasting – Handheld. Das ist ein digitaler Fernsehstandard, der auf DVB-T basiert, aber speziell für den Empfang mit kleinen und mobilen Geräten optimiert ist. Handhelds sind batteriebetriebene Geräte wie PDAs (Personal Digital Assistent) oder Handys, die einen möglichst niedrigen Energiebedarf erfordern.
Was ist DVB-T2?
Derzeit ist DVB-T2 in Deutschland nicht relevant. Es ist eine Weiterentwicklung von DVB-T und befindet sich noch im Teststadium. DVB-T2 wird bezüglich der Kanalcodierung weitere Möglichkeiten bieten und kann je nach Option effizienter sein. Zudem könnte man bei einem Systemwechsel auch die Quellcodierung wechseln (MPEG4 / H.264), um noch effizienter zu sein. Nachdem nun die Standardisierung abgeschlossen ist, dauert es noch einige weitere Jahre bis die Marktreife erlangt ist. DVB-T2 ist vor allem eine Option für Länder, in denen der Umstieg von analogem auf digitales Antennenfernsehen erst in einigen Jahren geplant ist. Daher wird DVB-T2 eher außerhalb Deutschlands eine Rolle spielen.
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